Wurstgate

Wo wir gerade so schön beim rumgaten waren: Das #gauchogate hat’s etwas schwer im Moment gegen die Krise in Nahost oder gegen abgeschossene Flugzeuge und weitere Nachrichten, die uns von den wirklich wichtigen Dingen wie über die Stränge schlagende Fußballspieler abhalten.

Da ein Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, im Zuge der Nachrichtenlage untergeht, will ich wenigstens einen persönlichen Beitrag dafür leisten, dass die wichtigen Nachrichten nicht zu viel Gewicht bekommen. Ich gründe hiermit mein eigenes, kleines, privates #…gate und nenne es Wurstgate. Los geht’s:

“Deutsche haben jahrelang zu viel für Wurst bezahlt”

So lauteten vor ein paar Tagen die inzwischen vergessenen Schlagzeilen zu einer Preisabsprache unter Fleischproduzenten. Schade, dass dieser Skandal im Moment keine Chance hat im Aufmerksamkeitsmarkt, denn diese Zeile muss man sich einmal auf der fleischliebenden Zunge zergehen lassen:

Die Deutschen also, die als Discount-Weltmeister bekannt sind; die für fleischhaltiges Katzenfutter mehr Geld ausgeben als für ihr eigenes Billigfleisch; die es ohnehin gerne billig haben und besonders beim Fleisch der Meinung sind, dass ein Kilo eigentlich nicht mehr als 50 Cent kosten darf … Diese Deutschen haben also jahrelang ZU VIEL für ihre Wurst bezahlt. Noch lustiger wird diese Aussage, wenn man sie umdreht: Ohne die Preisabsprache hätten die Deutschen sogar noch NOCH WENIGER für ihre Wurst bezahlt.

Da das nicht wünschenswert sein kann, begrüße ich diese Preisabsprache. Mehr noch: Ich finde, es sollte sogar viel mehr und viel drastischere Preisabsprachen geben, damit die armen Deutschen NOCH VIEL MEHR Geld für Billigfleisch von gefolterten Tieren aus Massenhaltung bezahlen müssen.

Leider werden die aufgeflogenen Fleischproduzenten derzeit mit hohen Strafen belegt und der Fleischpreis dürfte sich wieder auf einem verlässlichen Billigniveau einpendeln, sodass es weiterhin heißt:

Fleisch – das Primark unter den Nahrungsmitteln

(Wobei gegen Fleisch von Tieren aus artgerechter Weidehaltung natürlich nichts zu sagen ist, aber das hat ja auch seinen Preis.)

 

Ein Gedanke zu „Wurstgate

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